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Hockenheim hofft auf Finanzspritze aus Stuttgart

27 Dezember 2005

Das Land Baden-Württemberg ist der erhoffte Rettungsanker im Überlebenskampf des finanziell angeschlagenen Hockenheimrings. "Ich hoffe auf das Engagement des Landes", sagte Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer dem Sport-Informations-Dienst (sid). Das Stadtoberhaupt, gleichzeitig Vorsitzender der Hockenheimring GmbH, plant eine vom Land unterstützte Umfinanzierung der Schuldenlast, um die Liquidität vorerst zu sichern.

"Da fehlt eine Million. Das ist unser aktuelles Problem"
"Wir haben eine sehr hohe Schuldentilgungsrate von 26 Millionen Euro. Dem stehen Einnahmen von 25 Millionen gegenüber. Da fehlt eine Million. Das ist unser aktuelles Problem", erläuterte Gummer dem sid und bestätigte weitgehend ein unveröffentlichtes Gutachten einer Wirtschaftsprüfgesellschaft (Ernst & Young), wonach im kommenden Jahr mit einem Minus von 1,5 Millionen Euro im operativen Geschäft kalkuliert werden muss. Laut Gutachten droht ab April 2006 die Zahlungsunfähigkeit.

"Wir müssen uns damit beschäftigen, die Kredite umzufinanzieren, zumal die Zinssituation jetzt gut wäre. Ich will nichts schönreden, aber das würde die Liquidität kurzfristig verbessern, und wir stünden wesentlich besser da", sagte Gummer.

Das bedeutet offenbar, dass nur Steuergelder aus dem Landessäckel die drohende Pleite des badischen Motodroms abwenden könnten. "Ich baue auf das Land, schließlich trägt der Hockenheimring Baden-Württemberg auch den entsprechenden Namen." Auch beim Ausbau vor fünf Jahren war das Land mit einem Zuschuss von 15 Millionen dabei", meinte Gummer. 2001 war der Hockenheimring für 65 Millionen Euro um- und ausgebaut worden.

Hockenheims OB ist von Rettung überzeugt
Der Oberbürgermeister ist davon überzeugt, dass die Landesregierung seinem Plan zustimmt und sieht die Austragung der kommenden Formel-1-Rennen nicht gefährdet. "Ich gehe davon, dass der Grand Prix 2006, 2007 und 2008 wie geplant durchgeführt wird", sagte Gummer. Der Große Preis von Deutschland steht im kommenden Jahr am 30. Juli als 12. Lauf zur Formel-1-WM im Terinkalender und ist das Highlight für Hockenheim.

Die Hockenheim-Gruppe ist derzeit mit etwa 29 Millionen Euro bei den Gläubigerbanken verschuldet. Die Hauptgründe dafür sind die steigenden Gebühren für die Formel 1 und der Zuschauerrückgang. Hinzu kommt eine 18,4 Millionen Euro schwere Bürgschaft der Stadt Hockenheim. Um die Rennstrecke zu retten, hatten die Verantwortlichen unlängst einen Notfallplan erstellt.

Das Sanierungsmodell sieht vor, dass der vor kurzem neu errichtete Streckenabschnitt sowie die Mercedes-Tribüne an eine Leasinggesellschaft verkauft und für zehn Jahre zurückgemietet werden. Der Verkauf an die Leasinggesellschaft soll 25 Millionen Euro einbringen.


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