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Roter Doppelsieg: Ferrari schlägt zurück

Roter Doppelsieg: Ferrari schlägt zurück

01 Juli 2007 / Ergebnisse / Fotos

Nachdem Ferrari in den USA noch abgeschlagen war, meldete sich die Scuderia beim Grand Prix von Frankreich eindrucksvoll mit einem Doppelsieg zurück: Kimi Räikkönen gewann vor Felipe Massa, der das Rennen lange anführte. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton schaffte als Dritter zumindest einen Achtungserfolg für McLaren und fuhr damit in seinem achten F1-Rennen zum achten Mal aufs Podium. Für Alonso setzte sich das frustrierende Wochenende fort: als Zehnter ins Rennen gegangen, musste er sich am Ende mit Platz 7 zufrieden geben.

Schon beim Start zeichnete sich ab, dass der Kurs von Magny Cours Ferrari besser lag als den McLaren: Massa zog vorne weg, während Räikkönen an Hamilton vorbeiging und dem McLaren-Piloten damit Platz 2 streitig machte. Robert Kubica behielt Platz 4 vor den beiden Renaults. Ganz hinten krachte es zwischen Davidson und Liuzzi - das Aus für beide.

Einige Kurven später kam es im vorderen Mittelfeld zum Crash: Trulli schoss Kovalainen in der Adelaide Haarnadelkurve ab. Während das Rennen des Toyota-Fahrers beendet war, konnte Kovalainen nach einem Boxenstopp zumindest weiterfahren. Sein Rennen war trotzdem ruiniert - vom guten Startplatz war nichts übrig geblieben, der Finne landete ganz hinten und konnte sich im Laufe des Rennens nicht mehr aus dem Hinterfeld vorarbeiten.

Auch bei Fernando Alonso, der durch ein Getriebeproblem beim Qualifying nur von Startposition 10 ins Rennen gegangen war, war die Aufholjagd nur mäßig erfolgreich. Zwar gelang es ihm in den ersten Runden, sich bis auf Platz 7 vorzukämpfen, hinter Heidfeld war dann aber erst einmal Schluss.

Die beiden Ferrari waren vorne indes schnell unterwegs. Bis zur Runde 13 hatte Massa einen Vorsprung von 4 Sekunden auf Räikkönen herausgefahren, Hamilton lag weitere 1,8 Sekunden zurück und dahinter war eine Lücke von 8 Sekunden zu Kubica. Man hätte meinen können, dass die Ferrari die leichteren Autos seien - aber spätestens in Runde 16, als beide McLaren als erste Fahrer zu ihren regulären Tankstopps kamen, zeigte sich, wie viel besser Ferrari in Magny Cours wirklich war. Massa stoppte dagegen erst in der 20. Runde, Räikkönen blieb sogar noch zwei Runden länger auf der Strecke.

Das Klassement zeigte sich nach der ersten Boxenstopp-Phase unverändert: Massa führte wiederum vor Räikkönen und Hamilton, wobei die Lücke zwischen den Ferraris und dem McLaren dahinter auf neun Sekunden angewachsen war.

Auch für Alonso hatte sich wenig geändert. Nachdem er seinen Ex-Teamkollegen Fisichella überholt hatte und damit wieder auf Platz 7 lag, klebte er wie schon zuvor im Heck von Heidfeld. Rundenlang blieb es bei vergeblichen Überholversuchen, bis es dem Weltmeister in Runde 33 endlich gelang, an dem BMW Sauber vorbeizugehen.

Eine Schrecksekunde gab es unterdes in der Spyker-Box. Albers fuhr bei seinem Boxenstopp zu früh los und riss den Tankschlauch mit sich. Für den Niederländer war das Rennen mit diesem kapitalen Missgeschick beendet, er parkte sein Auto in der Wiese.

Während Räikkönen vorne den Rückstand auf Massa auf 1,2 Sekunden verkürzt hatte, kam Hamilton in der 37 Rennrunde zu seinem zweiten Boxenstopp. Eine sehr kurze Standzeit deutete bereits an, dass es nicht der letzte Besuch des Briten in der McLaren-Box sein würde. Deshalb war es entscheidend, nach dem Stopp vor Kubica zu bleiben. Hamilton am direkt neben Kubica auf die Strecke zurück und fuhr Seite an Seite mit dem BMW durch die Estoril Hochgeschwindigkeitskurve. Zunächst hatte Kubica die Nase vorne, aber in der Adelaide Kurve konnte Hamilton kontern und Platz 3 zurückerobern.

Währenddessen kam Alonso seinerseits zu seinem zweiten Stopp, der deutlich länger dauerte als Hamiltons Stopp zuvor. McLaren hatte seine Fahrer offensichtlich mit unterschiedlichen Strategien ins Rennen geschickt.

Nachdem er eine neue schnellste Runde gefahren war, kam Massa in Runde 43 zum zweiten Mal an die Box. Räikkönen blieb drei Runden länger auf der Strecke - drei Runden, die am Ende den Ausschlag gaben. Nach seinem Stopp kam der Finne vor seinem Teamkollegen auf die Strecke und behielt die Führung.

Auch Heidfeld profitierte von einem späten zweiten Boxenstopp. Er kam erst in der 47. Runde zum Nachtanken und Reifenwechseln - und kam mit deutlichem Vorsprung von fast 3 Sekunden vor Alonso wieder auf die Strecke. Nach seinem Boxenstopp schob sich auf noch Fisichella zwischen die beiden auf Platz 6 und stellte bis zur Zielflagge ein unüberwindbares Hindernis für Alonso dar: der Weltmeister musste sich mit Platz 7 und zwei Punkten begnügen.

Räikkönen dagegen holte sich seinen zweiten Saisonsieg - den insgesamt elften seiner F1-Karriere. Damit konnte er im WM-Klassement einige Punkte auf Massa gutmachen und zumindest etwas an Boden gewinnen: er liegt jetzt mit 32 Punkten auf Platz 4, nur noch sieben Zähler hinter Massa, der in Frankreich mit dem zweiten Platz den Ferrari-Doppelsieg perfekt machte. Hamilton wurde zwar nur dritter und hatte hier in Magny Cours keine Chance gegen die Ferrari, baute seinen WM-Vorsprung aber dennoch aus: 58 Punkte hat Hamilton jetzt auf seinem Konto - zehn mehr als Alonso.

Kubica fuhr bei seinem Comeback-Rennen auf Platz 5 und bezwang Heidfeld im teaminternen Duell. Fisichella ging hinter den beiden BMW als Sechstplatzierter über die Linie, konnte aber Alonso in Zaum halten. Jenson Button holte als Achter den ersten WM-Punkt für Honda in dieser Saison.


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