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Räikkönen vereitelt McLaren-Heimspiel

Räikkönen vereitelt McLaren-Heimspiel

08 Juli 2007 / Ergebnisse / Fotos

Was zunächst wie ein Heimspiel für Lewis Hamilton schien entwickelte sich schließlich zur Triumphfahrt für Kimi Räikkönen, der sich auf der britischen Traditionsstrecke seinen zweiten Sieg in Folge holte und die beiden McLaren bezwang. Für Hamilton blieb an Ende nur der dritte Platz hinter Räikkönen und Weltmeister Fernando Alonso.

Beim Start sah es noch ganz so aus, als ob dem ersehnten Heimsieg von Lewis Hamilton kaum etwas im Wege stehen könnte: der erste Konkurrent verabschiedete sich schon vor dem eigentlichen Rennstart, als Felipe Massa für einen Startabbruch sorgte und von Startplatz 4 in die Boxengasse verbannt wurde. Beim Start versuchte Kimi Räikkönen zwar einen Angriff, aber Hamilton machte die Tür zu und ging als Führender in die erste Kurve. Dieses Bild veränderte sich im ersten Renndrittel kaum: Hamilton führte vor Räikkönen und Alonso, die Abstände waren knapp aber recht konstant. Einzig Massas fulminante Aufholjagd, die ihn binnen 11 Runden bereits bis auf Platz 9 nach vorne brachte, ließ ahnen, wie gut den Ferrari der Kurs lag.

Hamilton kam bereits in der 16 Runde als erster Fahrer der Führungsgruppe zu seinem ersten Boxenstopp. Räikkönen nutzte die Gunst der Stunde und gab Gas. Der Ferrari-Pilot fuhr zwei neue schnellste Runden in Folge bevor er seinerseits in die Box kam. Der Vorsprung, den er in der Zeit herausgefahren hatte, reichte: er blieb auch nach seinem Stopp vor Hamilton. Doch dann würfelte Alonso die Spitzengruppe noch einmal durcheinander. Nach Räikkönens Stopp übernahm Alonso zunächst die Führung - und behielt diese dank eines extrem kurven, recht späten Boxenstopps auch. So zeigte sich nach der ersten Phase der Boxenstopps ein vollkommen verändertes Klassement. Alonso führte vor Räikkönen, Hamilton, Kubica, Heidfeld, Fisichella und dem inzwischen auf Platz 7 vorgefahrenen Massa.

Für Ralf Schumacher, der durch einen schlechten Start bereits viele Plätze verloren hatte, war das Rennen in Runde 23 mit einem Problem an der Radaufhängung beendet.

Während nach und nach die letzten Fahrer auf Zwei-Stopp-Strategie ebenso wie die wenigen Fahrer mit Ein-Stopp-Strategie zu ihren ersten Stopps in die Box kamen, gab Alonso vorne den Ton an und konnte den Vorsprung auf bis zu 5,4 Sekunden vor Räikkönen und fast 20 Sekunden auf Hamilton ausbauen. Probleme gab es in der Mittelphase des Rennens vor allem mit dem Verkehr. Ein Überrundungsvorgang an Scott Speed wurde besonders heikel: zunächst behinderte Speed den deutlich schnelleren Alonso, so dass dieser beim Vorbeifahren schließlich wütende Handzeichen gab, dann kam es zur Kollision zwischen Speed und Wurz, der sich ans Heck von Alonso geheftet hatte und im Doppelpack an Speed vorbeiziehen wollte. Für Speed bedeutete die Aktion das Aus, Wurz konnte weiterfahren. Alonso sah die Szene glücklicherweise nur im Rückspiegel und wurde nicht in den Unfall verwickelt.

In der 37. Rennrunde war es der Spanier im McLaren, der die zweite Runde der Boxenstopps eröffnete. Sein Boxenstopp war schnell - aber deutlich vor dem von Räikkönen. Der Ferrari-Pilot blieb fünf Runden länger auf der Strecke als Alonso und war dabei fast eine Sekunden pro Runde schneller als sein Konkurrent. Es reichte, um ein Polster herauszufahren, dass ihm auch nach seinem Boxenstopp die Führung garantieren sollte: mit mehr als 3 Sekunden Vorsprung auf Alonso kam Räikkönen zurück auf die Strecke.

Während sich ganz vorne an der Spitze im letzten Renndrittel nichts mehr veränderte, sorgte dahinter Felipe Massa noch einmal für Spannung. Nach seinem zweiten Boxenstopp war Massa Fünfter und holte mit großen Schritten auf den auf Platz 4 fahrenden Robert Kubica auf. 10 Runden vor Schluss war Massa ganz dicht im Heck des BMW-Piloten und wartete auf einen Fehler - doch der kam nicht. Kubica rettete Platz 4 vor Massa über die Ziellinie.

Räikkönen freute sich für seine Verhältnisse nahezu ausgelassen über den zweiten Sieg in Folge, der ihn im WM-Klassement auf Platz 3 hinter Hamilton und Alonso brachte. Hamilton war zwar der Verlierer des Rennens, konnte sich am Ende aber dennoch über den 9. Podiumsplatz bei seinem 9. F1-Rennen und den Erhalt der WM-Führung (wenn auch verkürzt auf nur noch 12 anstatt 14 Zähler) freuen.

Freude auch bei BMW: nicht nur der viertplatzierte Kubica, sondern auch Nick Heidfeld als Sechster punktete, und - vielleicht noch wichtiger - man konnte die Renault, die auf den Plätzen 7 und 8 ins Ziel kamen, auch diesmal wieder im Zaun halten.


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