
4,655 Kilometer lang ist der Circuit de Catalunya, der Anfang der 1990er-Jahre vom Royal Automobile Club of Catalunya gebaut wurde, um der Formel 1 unweit von Barcelona eine moderne Strecke zu schenken. Aufgrund der zeitgemäßen Boxenanlagen und der vorbildlichen Sicherheit nutzen die Teams die Strecke im Winter sehr ausgiebig, um bei milden Temperaturen testen zu können. Aus diesem Grund kennt jedes Team die Piste wie die eigene Westentasche.
Seit 1991 findet der Große Preis von Spanien nördlich von Barcelona statt, in diesem Jahr jährt er sich zum 18. Mal. Davor fuhr trug man den Großen Preis von Spanien in Jerez aus, wo sich die Formel-1-Teams ebenfalls vermehrt zu Testfahrten treffen. Besonders die fehlende Nähe zu einer Großstadt war für den Automobilweltverband FIA ein Grund, lieber ein Rennen auf der modernen Strecke von Barcelona zu veranstalten und sich aus Jerez zurückzuziehen. Pedralbes (zweimal), Montjuich (viermal) und Jarama (neunmal) waren weitere Austragungsorte des Spanien-Grand-Prix, der 2008 zum 52. Mal ausgetragen wird.
Barcelona ist für seine historischen Gebäude bekannt
Barcelona ist wohl jene Stadt, die in Spanien am meisten zu bieten hat. Bekannt in erster Linie für die weltberühmte Kirche Sagrada Familia und die vielen anderen, etwas bizarr anmutenden Gaudí-Gebäude, bietet die katalanische Millionenstadt dem Touristen allerdings nicht nur schöne historische Gebäude zur Ansicht. Ganz besonders für männliche Besucher hat Barcelona - klingt nicht der Name allein schon wie eine Einladung zum Flirt? - allerhand vorzuweisen. Stolze Spanierinnen mit langen Haaren und noch längeren Beinen - da riskiert selbst der treueste Ehemann schon mal den einen oder anderen Blick.
Die Auswahl an vorzüglichen Restaurants ist in Barcelona grenzenlos. In den Seitenstraßen rechts und links der bekannten Rambla reiht sich Lokal an Tapa Bar - man hat die Qual der Wahl. Eines der berühmtesten und auch ältesten Lokale ist das Los Caracoles in der Escudillers 14. Die katalanischen Spezialitäten hier sind zwar nicht ganz billig, dafür kann es einem aber durchaus passieren, dass Nick Heidfeld am Nebentisch seine Gambas nach Art des Hauses genießt oder sich die McLaren-Mercedes-Mannschaft zu einem ausgedehnten Dinner versammelt hat.
Die besten Restaurants der Millionenmetropole
Fotos an den Wänden zeugen davon, dass das Schnecken, wie die deutsche Übersetzung für Caracoles lautet, schon seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt für prominente Barcelona-Besucher ist. In der Bar Celta in der Carrer de la Merce 16 gibt es vorzügliche galizische Gerichte, Fischliebhaber sollten sich das Antigua Casa Solé in der Carrer Sant Carles 4 oder das Cangrejo Loco am Olympischen Hafen merken. Von hier aus ist es dann auch nicht mehr allzu weit, dass man die soeben verspeisten Kalorien beim Tanzen in einem der zahlreichen Clubs, wie dem Octopussy am Moll de la Fusta 4 wieder abarbeiten kann, denn das Port-Olimpico-Viertel erwacht eigentlich erst nach Sonnenuntergang so richtig zum Leben, und was sorgt wohl besser für romantische Stimmung als der Mond, der sich im Meer spiegelt?
Feiern kann man in Barcelona jedoch nicht nur am Port Olimpico sondern fast überall in der Stadt. Exklusive Clubs und Bars finden Nachtschwärmer und solche, die es werden wollen, in der Altstadt rund um die Plaça Real und im Distrikt Borne. Zum Anbandeln bestens geeignet ist hier das Mirablau, in dem es nicht nur die besten Cocktails der Stadt gibt, sondern auch einen wunderschönen Blick über die Dächer Barcelonas. So richtig abtanzen kann man dann später im Dot in der Carrer Nou de Sant Francesco 7 oder in der Disco im Keller des Hotels Princess Sophie.
Heiße Nächte mit gar nicht so kühlen Leuten...
Heiße Nächte mit gar nicht so kühlen Leuten kann man auch ein Stück außerhalb Barcelonas erleben, man braucht allerdings ein Auto und sollte am besten schon bevor es losgeht einen Fahrer bestimmen. Etwa 40 Minuten nördlich von Barcelona steppt in den Gassen von Calella allabendlich der Bär. Während die Fischer am Strand geduldig darauf warten, dass ein Fisch anbeißt, brauchen die Angler in den Straßen bei weitem nicht so viel Geduld haben. Eine gewisse Vorsicht ist hier aber geboten, denn Spanier sind in Calella am Grand-Prix-Wochenende Mangelware und da kann es einem schon passieren, dass man ganz plötzlich und unerwartet seinem Nachbarn gegenübersteht...
66 Mal (Gesamtdistanz: 307,104 Kilometer) drehen die Piloten im Rennen ihre Runden um den katalanischen Kurs, der aus einer guten Kombination von schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven besteht. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt rund 225 km/h. Die Strecke ist bekannt dafür, dass sie sich im Laufe des Wochenendes ständig verändert. Dies liegt zum einen daran, dass häufig kräftiger Wind Staub auf die Strecke weht, der im Laufe des Wochenendes durch den griffigen Gummiabrieb der Reifen ersetzt wird. Hinzu kommen ständig wechselnde Windstärken und Windrichtungen sowie die Tatsache, dass sich die raue Charakteristik des Asphalts durch Temperaturschwankungen oder nächtlichen Regen stark verändert.
Beste Überholmöglichkeit vor der ersten Kurve
Die lange Start- und Zielgerade ist mit knapp über 800 Metern Länge eine der längsten der Formel 1 und führt in eine enge Rechts-Links-Kurvenkombination, die nach dem Start oftmals für die 20 Autos zu eng ist. An dieser Stelle kann dank dem Windschatten am besten überholt werden. Anschließend geht es in einer lang gezogenen Rechtskurve bergauf, hier sind eine gute Balance des Autos sowie viel PS sehr wichtig. Nach einer Rechtskurve folgt eine schwierige Linkskurve, die stark nach unten abfällt, weswegen die Autos im Eingang zum Untersteuern neigen und im Ausgang nervös sind. Zahlreiche Kurven winden sich nach oben oder unten, weswegen es für die Fahrer ein Leichtes ist, den Bremspunkt zu verpassen und sich einen Bremsplatten einzuhandeln.
Neu ist seit 2007 die Schikane im letzten Sektor, die die zwei schnellen Zielkurven ersetzt. Die Veranstalter versprechen sich so einerseits mehr Sicherheit, vor allem aber eine bessere Überholmöglichkeit auf der Start- und Zielgeraden.
Aufgrund der mangelnden Überholmöglichkeiten ist es wichtig, sich im Qualifying eine gute Startposition herauszufahren. Oftmals endet das Rennen am Sonntag tatsächlich in einer Prozessionsfahrt, die ihre Spannung nur durch die Boxenstopps bezieht. Die Fahrer werden wegen der hohen Kurvengeschwindigkeiten und der teilweise kraftraubenden Bergauf- und Bergabschikanen stark gefordert. Von den Autos selbst ist besonders die Belastung der Reifen zu erwähnen, speziell für den linken Vorderreifen. Allerdings ist der Reifenverschleiß wegen der im Winter 2004/05 durchgeführten Neuasphaltierung weniger dramatisch als bisher. Beseitigt wurden dabei auch die Bodenwellen vor der ersten und in der zehnten Kurve.
Michael Schumacher erfolgreichster Barcelona-Pilot
Die Bilanz von Michael Schumacher in Barcelona ist beeindruckend: Er hat den Großen Preis von Spanien als einziger Fahrer sechsmal gewonnen. Jackie Stewart, Nigel Mansell, Alain Prost und Mika Häkkinen schlugen jeweils dreimal zu. 15 Mal startete Schumacher in Barcelona, 14 Mal kam er in den Punkten ins Ziel und holte zudem sechs Siege (1995,1996, 2001, 2002, 2003 und 2004). Mit 90 WM-Punkten ist Schumacher in Barcelona wie auf den meisten anderen Strecken auch der erfolgreichste Formel-1-Fahrer.
Die letzten Spanien-Grands-Prix:
2007:
2006:
2005:
2004:
2003:
2002:
2001:
2000:
1999:
1998:
1997:
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