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Whitmarsh: Fahren maximalen Abtrieb

Whitmarsh: Fahren maximalen Abtrieb

16 Mai 2008

Für viele Fans und Zuschauer ist der Grand Prix in den Straßenschluchten von Monaco das Saisonhighlight schlechthin. Aber auch die Fahrer und Teams sind Feuer und Flamme, wenn sie wieder einmal im Fürstentum Gas geben dürfen. Martin Whitmarsh erklärt im Interview, auf was es in Monte Carlo ankommt und warum das Stadtrennen den Ruf als Klassiker genießt.

Frage: "Martin, wie stellt sich das Team auf die speziellen Anforderungen in Monaco ein?"

Martin Whitmarsh: "Die Strecke in Monte Carlo war bisher einzigartig, doch in diesem Jahr wird es auch in Valencia und Singapur Stadtrennen geben. Der Grand Prix von Monaco hat enge Kurven und keine echten Geraden und ist das erste Rennen dieser Saison, bei dem wir mit maximalem Abtrieb fahren, auch wenn uns dadurch der Luftwiderstand etwas bremst. Aber nur so können wir die schnellstmögliche Runde erzielen."

Saisonhöhepunkt am Mittelmeer

"Auf dieser Strecke wird kaum über die Kerbs gefahren, denn wenn du von der Piste kommst, landest du gleich in der Leitplanke. Die Straße hängt mal zur einen, mal zur anderen Seite. Wir reagieren darauf mit einer entsprechenden Abstimmung und Aufhängungseinstellung, so dass das Auto ruhig liegt und gut zu kontrollieren ist. Da auf Grund der niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit weniger Luft durch die Kühler strömt, müssen wir auch auf die Motorkühlung achten."

Frage: "Warum gilt Monaco als Saisonhöhepunkt?"

Whitmarsh: "Monaco hat eine lange Tradition, die Strecke wurde im Laufe der Jahre kaum verändert und um das Rennen gibt es viele Geschichten. Die Formel 1 im Fürstentum verbindet Motorsport und Glamour. In den engen Straßen sehen die Zuschauer mehr als anderswo, wie schnell die Autos sind und wie mutig die Fahrer."

"Das Rennen selbst ist einfach fantastisch, alles ist enger beisammen, der Lärm ist größer und die Atmosphäre intensiver. Selbst Formel 1-Veteranen sind hier immer wieder beeindruckt. Die Fahrer agieren mit unglaublicher Präzision, und sind sie mal ein paar Zentimeter zu weit rechts oder links, verlieren sie gleich einen Teil ihres Autos."

Keine Reifenprobleme erwartet

"Dann das Überholen. Es soll die Rennen spannender machen, heißt es, doch in Monaco sehen wir immer wieder spannende Rennen, obwohl man hier kaum überholen kann. Oft fährt ein Teil des Feldes wie aufgereiht hinter einem langsameren Auto her, schnellere Fahrer versuchen vorbeizukommen und gehen Risiken ein. All das macht den einmaligen Ruf dieses Rennens aus."

Frage: "Was wurde getan, damit sich die Reifenprobleme von Lewis in der Türkei nicht beim nächsten Rennen wiederholen?"

Whitmarsh: "Die Strecken in Istanbul und Monte Carlo sind sehr unterschiedlich, schon allein deshalb sollte sich dieses Problem am kommenden Wochenende nicht wiederholen. In Monaco sind die aerodynamischen Kräfte, die auf die Reifen und die Reifenkonstruktion einwirken, viel niedriger. Auf diesem Kurs wird mit weicheren Reifenmischungen gefahren, damit wir das Maximum aus unserem technischen Paket herausholen können. Wir haben uns zusammen mit Bridgestone gut darauf vorbereitet."


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