
Es ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie herz- und witzlos die Formel 1 geworden ist: Jenson Button hat seinen Landsmann Lewis Hamilton heute im Rahmen der FIA-Pressekonferenz in Silverstone zu einem Triathlon für einen guten Zweck herausgefordert, Hamilton hat zugesagt - und trotzdem wird der mit Spannung erwartete Vergleichskampf nicht stattfinden.
Zur Vorgeschichte: Hamilton wurde diese Woche von Sportartikelhersteller Reebok als neuer Werbeträger vorgestellt und behauptete bei der Präsentation vollmundig, er sei fitter als Button. Doch Button hat kürzlich an zwei Triathlons teilgenommen, bei diesen seinen eigenen Trainer geschlagen und zuletzt sogar über 1.600 Gegner aus dem 1.700 Mann starken Teilnehmerfeld. Kein Wunder, dass der Honda-Pilot diese Aussage nicht auf sich sitzen lassen konnte.
Buttons Bäuchlein und Coulthards Alter
Hamilton rechtfertigte seine Aussage heute, indem er augenzwinkernd sagte, dass Button "ein kleines Bäuchlein" gewachsen sei, worauf Button grinsend konterte: "Das nennt man Muskeln!" David Coulthard wollte sich dieses Geplänkel nicht länger anhören und forderte die beiden Youngsters aus neutraler Position ("Ich selbst mache da nicht mit, dafür bin ich zu alt - aber ich halte gerne die Trinkflaschen!") zu einem Duell auf!
Da wurde Button hellhörig: "Ich nehme am 27. Juli an einem Triathlon teil, wenn du interessiert bist!" Hamilton lehnte erst ab, bis er Coulthard sagen hörte: "Die Herausforderung eines Mannes nimmt man gefälligst an!" Also wühlte der McLaren-Mercedes-Star in seinem Terminkalender und sagte schlussendlich zu. Als Button dann auch noch 10.000 Pfund (umgerechnet gut 12.500 Euro) für eine Charity in den Raum stellte, sollte er verlieren, konnte Hamilton gar nicht mehr aussteigen.
Hamilton Sr. nur der Sündenbock?
Doch ein paar Stunden später kam von seinem Managervater Anthony das Veto in Form einer schriftlichen Stellungnahme: "Lewis hat die Herausforderung als Sportsmann, wie er einer ist, angenommen, aber leider müssen wir seine Zusage zurückziehen. Wir befinden uns mitten in einer Weltmeisterschaft und das ist das, worauf wir uns jetzt konzentrieren müssen." Möglich, dass Vater Hamilton damit nur den Sündenbock spielt.
Denn hätte Hamilton Jr. die Herausforderung im Nachhinein abgelehnt, dann hätte er sein Gesicht verloren, und hätte sich McLaren-Mercedes eingeschaltet, wären wieder alle auf Ron Dennis losgegangen, dem man ohnehin schon lange Engstirnigkeit in solchen Dingen unterstellt. Und noch etwas sollte man bedenken: Für Reebok hätte es wohl ein ziemlich dummes Bild abgegeben, wenn der 12,6 Millionen Euro schwere Werbebotschafter gegen Button verloren hätte...
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