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Safety-Car-System noch immer nicht gut genug

Safety-Car-System noch immer nicht gut genug

08 Juli 2008

Das neue Safety-Car-System sorgt nach wie vor für viele Diskussionen im Fahrerlager. Nachdem die neue Technik am Freitag in Silverstone erneut getestet wurde, äußerten sich Fernando Alonso und Sebastian Vettel nur wenige Stunden nach Abschluss des Probelaufs kritisch. Auch Silverstone-Sieger Lewis Hamilton war sich im Gespräch mit der Agentur 'Reuters' sicher: "Das System braucht auf jeden Fall noch weitere Verbesserungen." Per Einheitselektronik werden von der Rennleitung entscheidende Signale ins Cockpit gefunkt, die von den Piloten nicht nur strikt befolgt, sondern auch per Knopfdruck innerhalb von fünf Sekunden bestätigt werden müssen - für Ausreden keine Chance mehr.

Im Display können die Fahrer eine von der Rennleitung festgelegte Rundenzeit ablesen, die sie bei ihrer Fahrt hinter dem Safety-Car nicht überschreiten dürfen. Allerdings erlebte Sébastien Bourdais, dass er seine avisierte Rundenzeit gar nicht fahren konnte, weil der Pilot vor ihm etwas langsamer war und er gleichzeitig aber nicht überholen durfte. Williams-Pilot Nico Rosberg erklärte: "Es ist schon etwas komisch, weil man die ganze Zeit auf das Display schauen muss. Gleichzeitig fährt man dann möglicherweise an der Unfallstelle vorbei." In Sinne der Sicherheit scheint dies keine probate Lösung zu sein.

Das System wird von vielen Fahrer als ablenkend und als zu kompliziert beschrieben. "Wir müssen da wirklich noch einige Verbesserungen finden. Es könnte dann wirklich ein Fortschritt sein, wir müssen mal schauen", fügte Rosberg an. Bislang scheint Weltmeister Kimi Räikkönen der einzige Pilot zu sein, der mit dem aktuell getesteten System leben könnte. "Ich glaube, es könnte eine gute Lösung sein. Es sind alle in der gleichen Situation und somit kann man dann nicht einfach nur wegen Pech bestraft werden", beschrieb der Finne seine Eindrücke vom Safety-Car-System.

Die Piloten hatten in dem Bereich dringenden Handlungsbedarf angemeldet, nachdem es bei den vergangenen Einsätzen des Safety-Cars immer wieder zu kuriosen und teils sportlich schmerzhaften Situationen gekommen war. So hatten seit Saisonbeginn zum Beispiel Rubens Barrichello und Nick Heidfeld Durchfahrtsstrafen kassiert, weil sie bei geschlossener Boxengasse zum Tanken gefahren waren - sonst wäre ihnen allerdings der Sprit ausgegangen.


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