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Theissen: "Die Formel 1 rechnet sich auf jeden Fall"

Theissen: "Die Formel 1 rechnet sich auf jeden Fall"

02 Dezember 2008

Die Zeiten, in denen in der Formel 1 nach dem Motto "was kostet die Welt" das Geld mit vollen Händen ausgegeben wurde, sind erst einmal vorbei. In der Königsklasse des Motorsports wird täglich mit Summen jongliert, bei denen Otto Normalverbraucher nur schwindlig werden kann. Hochtechnologisches Wettrüsten gepaart mit Glitter und Glamour - das war die Formel 1 bisher.

Doch angesichts der globalen Finanzkrise ist allen Beteiligten klar - so kann die Formel 1 nicht weitermachen. "Sie macht nicht so weiter", betonte BMW Motorsportchef Mario Theissen in München. "Wir sehen erhebliche Änderungen beim Reglement, wir erleben derzeit massive Anstrengungen aller Teams, gemeinsam mit der FIA die Kosten zu senken und diese Anstrengungen werden auch signifikante Erfolge zeigen." Doch das könne nicht über Nacht passieren, so Theissen.

Die Formel 1 ist auch deshalb so von der Krise betroffen, weil den engagierten Automobilhersteller global ein harter Wind entgegenbläst. Die Automobilbranche bekam nach den Banken als erstes die Finanzkrise zu spüren. Der Verkauf von Serienfahrzeugen ging massiv zurück - und wird das wohl auch weiter tun, wenn die Käufer noch mehr auf ihr Geld achten müssen.

"Die Schwierigkeiten gibt es überall, es gibt sie im Motorsport, es gibt sie in der Autoindustrie und in jeder anderen Industrie", pflichtete Theissen bei. Das sei jeden Tag spürbar. Um die Krise zu überstehen, ist für die Konzerne Sparen in allen Bereichen nötig. Und das gilt natürlich auch für das Engagement in der Formel 1 - zumal auch die Sponsorengelder nicht mehr so üppig fließen wie bisher. Bei BMW habe man das Budget für das BMW Sauber F1 Team im Sommer mit dem Vorstand diskutiert. "Das steht unverändert", so Theissen.

Für die weitere Zukunft vertraut er auf den Sparkurs, der in der Formel 1 eingeschlagen wurde. "Wir haben, was die Kosten angeht, einen Schritt in diesem Jahr gemacht und wir werden den nächsten Schritt für 2009 machen", erklärte er. "Derzeit diskutieren wir ein Programm von Regeländerungen für die Jahre 2010/11 und folgende, um weiter runterzukommen." Er sei sich "ganz sicher", dass in der Formel 1 eine Nutzen-/Aufwand-Relation erreicht werde, in der die Serie auch unter verschärften wirtschaftlichen Bedingungen die Krone des Sports bleibe - bei angemessenem Aufwand.

Und dann lohne es sich für Automobilkonzerne weiter, in die Formel 1 zu investieren, so Theissen: "Wenn wir es schaffen, und davon bin ich überzeugt, den Aufwand zu reduzieren, dann wird es auch wieder ein - wie es im Neudeutschen heißt - 'Businesscase', der sich rechnet." Für BMW rechne sich die Formel 1 auf jeden Fall, betonte er: "Sie war immer schon ein starkes Marketinginstrument und sie ist inzwischen auch ein starker Technologietreiber geworden."


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